Kurzfristig wurde mir zur Mittagsstunde eine Karte für die Südtribüne und fürs Supercup Spiel
BvB - Buyern München
angeboten. Von Kordula (Name leicht verfremdet)
Prima.
Dazu die Fahrt im Fanbus mit den Volme Supporters aus Kierspe.
Auch gut.
Ich war dann schließlich in Block 11 mit meiner Kollegin , ihrem Bruder Pierre-Emerick (Name leicht verfremdet) und dessen Frau.
Und noch ein paar Zehntausend auf der Süd.
Naja.
Es war ein spürbar anderes Publikum im Stadion als gewohnt.
Viele Menschen die umherirrten, ihren Block suchten, nicht wussten wie man Bier kauft und was man wann singen muss.
In der mir eigenen Toleranz kann ich gönnerhaft sagen: Ist ja ok.
Zumal ja irgendwer vom DFB verordnet hatte, dass das Spiel unter dem Motto INKLUSION stand.
Deswegen gab es umsonst Kugelschreiber (schreibt aber nicht) und Pins.
Aber was dann gar nicht ging, dass rund um uns herum (auf der Südtribüne) Undercover Bayern Fans standen. Und Neutrale Fußballfreunde.
Der Typ hinter uns machte einige Zeit blöde Sprüche, so dass wir Pierre-Emerick schließlich gemeinsam davon abhalten mussten, dem Bayern (aus Essen) ordentlich eine aufs Maul zu hauen. Pierre-Emerick ist wie ihr alle ahnt, ein total netter und lustiger Typ und Familienvater, aber da gingen ihm die Gäule fast durch.
Dem Bayern Fan aus Essen wurden dann von unserer Seite dann auch noch ein paar deutliche Worte gesagt, so dass er schließlich noch vor der Halbzeit aus dem Block verschwand. Vielleicht hat er sich aber auch nur verlaufen.
Idiot.
Das Spiel war so lala. Aber darum ging es ja auch nicht.
Lewa wurde recht neutral begrüßt.
Unser WM Held Götz€ hat sich wieder in den Katakomben aufgewärmt und wurde sowas von gnadenlos ausgepfiffen, dass er einem hätte leid tun können. Aber ich kenne keinen, der so empfand.
Der Bayern Fan aus Essen war ja schon nicht mehr da.
Als das 2:0 fiel, hatte Kordula mir gerade einen Becher Bier besorgt. Da ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich einen teilgefüllten Becher vor Freude in die Luft geworfen habe.
Und ich muss sagen: das war es mir wert.
Donnerstag, 14. August 2014
Montag, 4. August 2014
Albert forscht
Bestimmt will ja jeder von euch wissen, wie der offizielle EM Fußball 2008 so von innen aussieht. Aufbau der Schichten und so weiter. Das ist ja ziemlich interessant.
Und genau das fand Albert auch.
(Albert ist ja der Hund)
Und genau das fand Albert auch.
(Albert ist ja der Hund)
Sonntag, 11. Mai 2014
WM Sensation 23
Nach bisher nur mir vorliegenden Geheiminformationen bahnt sich hinsichtlich des WM Kaders unserer Deutschennationalmannschaft eine handfeste Überraschung an.
Das Dortmunder Nachwuchtssturmtalent Julian Schieber täte gut daran, seinen bereits gebuchten Sommerurlaub zu stornieren.
Der 25jährige Vollblutstürmer und ausgebildeter Garten- und Landschaftsgärtner kann fest damit rechnen doch noch in den Kader des Topfavoriten zu rutschen.
Als untrügliches Zeichen dafür gilt, dass Oliver Bierhoff in der vergangenen Woche noch mehrere Langarmtrikots bei adidas orderte.
Schieber direkt darauf angesprochen antwortete aber zunächst noch zurückhaltend: "So lange ich noch nicht im Hanuta und Duplo Album bin, glaube ich das nicht."
Sollte die Meldung tatsächlich stimmen, wird es mit einem Vetrtagsangebot aus Barcelona nicht lange auf sich warten lassen.
Bildquelle: Wikipedia
Das Dortmunder Nachwuchtssturmtalent Julian Schieber täte gut daran, seinen bereits gebuchten Sommerurlaub zu stornieren.
Der 25jährige Vollblutstürmer und ausgebildeter Garten- und Landschaftsgärtner kann fest damit rechnen doch noch in den Kader des Topfavoriten zu rutschen.
Als untrügliches Zeichen dafür gilt, dass Oliver Bierhoff in der vergangenen Woche noch mehrere Langarmtrikots bei adidas orderte.
Schieber direkt darauf angesprochen antwortete aber zunächst noch zurückhaltend: "So lange ich noch nicht im Hanuta und Duplo Album bin, glaube ich das nicht."
Sollte die Meldung tatsächlich stimmen, wird es mit einem Vetrtagsangebot aus Barcelona nicht lange auf sich warten lassen.
Bildquelle: Wikipedia
Dienstag, 6. Mai 2014
Das große Spiel
Denn am 17. Tag im fünften Monat
werden die 11 Tapferen sich im steinernen Rund der Hauptstadt
versammeln. Sie werden dahin gereist sein und mit ihnen 100 mal
tausend Männer auch.
Sobald die Sonne versinket, wird das große Licht entflammt.
Und auf dem Grasfeld im Inneren des steinernen Runds werden sie die 11 Söldner empfangen.
Die 11 Söldner kommen aus dem Süden. Ihr Ziel ist es den goldenen Pokal in ihr Reich zu tragen und mit ihnen wollen sie die besten Männer der Tapferen verschleppen, auf daß diese selberdar zu Söldnern werden. In ihrer Mitte ist ein Götze, ein kleiner Mann der seine Seele und sein Lachen gegen einen Klumpen Gold getauscht hat.
So ist es ihre Art. Und so haben sie es
getan. Und so werden sie es wieder tun.
Ihr sollt die 11 Söldner am roten Tuch erkennen, in welches sie sich gewanden. Ihre Sprache ist roh und von keiner Melodie. Ihr Auftreten ist ohne Ehre.
Dann wird da sein die große Schlacht inmitten des steinernen Runds. Im steinernen Rundwerden die 70 mal tausend Männer die Lieder singen um die 11 Tapferen noch stärker zu machen. So ist der Brauch. Darum werden die 11 Tapferen die 11 Söldner im Kampfe besiegen, denn die Tugenden wiegen stärker als die Macht des Goldes.
Und dann - am Ende der großen Schlacht werden die 11 tapferen den goldenen Pokal bekommen. Und wieder werden jetzt tausend mal tausend Männer singen. Im steinernen Rund und in der Hauptstadt und in der gelben Stadt.
Und jeder wird sehen dass es gut sey.
Ihr sollt die 11 Söldner am roten Tuch erkennen, in welches sie sich gewanden. Ihre Sprache ist roh und von keiner Melodie. Ihr Auftreten ist ohne Ehre.
Dann wird da sein die große Schlacht inmitten des steinernen Runds. Im steinernen Rundwerden die 70 mal tausend Männer die Lieder singen um die 11 Tapferen noch stärker zu machen. So ist der Brauch. Darum werden die 11 Tapferen die 11 Söldner im Kampfe besiegen, denn die Tugenden wiegen stärker als die Macht des Goldes.
Und dann - am Ende der großen Schlacht werden die 11 tapferen den goldenen Pokal bekommen. Und wieder werden jetzt tausend mal tausend Männer singen. Im steinernen Rund und in der Hauptstadt und in der gelben Stadt.
Und jeder wird sehen dass es gut sey.
Dienstag, 8. April 2014
BLITZBLITZ
HEUTE ist Blitzmarathon.
GESTERN stand ein Blitzer am OBI, einer ein paar km weiter in Valbert.
Den bei OBI hab ich unbeschadet überstanden.
Blitzerhalbmarathon oder was?
GESTERN stand ein Blitzer am OBI, einer ein paar km weiter in Valbert.
Den bei OBI hab ich unbeschadet überstanden.
Blitzerhalbmarathon oder was?
Dienstag, 1. April 2014
WDR2 für eine Stadt, ein amtlicher Rückblick aus dem Jahre 2034
Der folgende Text erschien ursprünglich als Fortsetzungsgeschichte auf einer Facebookseite der Aktion "WDR2 für eine Stadt", die Herscheid im März 2014 unglücklich versemmelte. Weil ich nichts wegschmeißen kann, habe ich den text hier noch einmal zusammengefasst. Für spätere Generationen.
August 2034
Jetzt liegt es schon 20 Jahre zurück, dass Herscheid damals in der Finalrunde zu WDR2 für eine Stadt ausschied. Bevor dann eine unvergleichliche Erfolgsserie begann. Aus diesem Grund ist heute der ehemalige Bürgermeister Schmalenbach hier bei „Wetten dass...“ zu Gast.
Markus Lanz: Herr Bundeskanzler Schmalenbach. Schön dass sie anlässlich des Jubiläums heute zu uns kommen konnten.
Uwe Schmalenbach: Ja.
Markus Lanz: Erzählen sie uns doch mal, wie es damals kam, dass die damals noch unbedeutende Ebbegemeinde ins Finale vorrücken konnte und seitdem JEDES Jahr und immer wieder den WDR Tag ausrichten kann.
Uwe Schmalenbach: Ja gut, das war ja ganz einfach. Nach den enttäuschenden Niederlagen der Jahre 2013 und 2014 musste etwas passieren. Ende März 2014 fiel die Gemeinde in eine tiefe Depression. Die Niederlage kam unerwartet... Schmalenbach zieht sein Taschentuch mit dem Bundeskanzlerwappen aus dem Armani Zweireiher und schnäuzt sich geräuschvoll.
Danach gibt sich der Bundeskanzler und ehemalige Bürgermeister von Herscheid wieder schmallippig. Nein, an die Ereignisse unmittelbar nach der bitteren Niederlage mag er heute nicht mehr erinnert werden. Gut, die falsche Antwort des Kompetenzteams auf die Frage nach der Dienstflagge von Nordrhein Westfalen hatte das unerwartete Aus für die siegessicheren Ebbebewohner bedeutet. Für viele fühlte sich dies so an, wie das plötzliche Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft während des Sommermärchens (2006). Viele verfielen also in eine Depression, Einzelne jedoch neigten zu Kurzschlusshandlungen.
Unvergessen, wie ein frustrierter Bürger seine ferngesteuerte Kameradrohne absichtlich in den Sendemast auf der Nordhelle steuerte... Menschen kamen zwar nicht zu Schaden, aber den WDR konnte jedenfalls wochenlang keiner mehr in den umliegenden Städten empfangen. Was sich ja später als Segen herausstellte.
Noch drastischer jedoch war die Reaktion Schmalenbachs. Schon am nächsten Tag ließ er das Internet in ganz Herscheid abschalten und auch die Bauarbeiten an der Brücke zur Fürwigge, der fast einzigen Verbindung nach Meinerzhagen, ließ er unmittelbar einstellen. Dabei waren nach einem Jahr Bauzeit gerade erste hoffnungsvoll stimmende Ergebnisse sichtbar geworden. Nach und nach wurden auch die Verbindungen nach Plettenberg, Werdohl und Lüdenscheid (dreispurig) gekappt, so dass Herscheid schließlich so autark war, wie Berlin in den Zeiten des kalten Krieges.
Doch wie wir heute ja wissen, sollte das für Herscheid und nicht zuletzt Bundeskanzler Uwe Schmalenbach, genau der richtige Schritt gewesen sein.
"Herr Bundeskanzler?"
Bundeskanzler Schmalenbach wurde aus seinen Träumen gerissen. Er blickte in die Dackelaugen von Markus Lanz und jetzt fiel ihm wieder ein, dass er ja bei Wetten, dass... war.
"Ähm, ja? Wie war noch gleich die Frage?" Der Kanzler sortierte die 8 goldenen Ringe an seinen Händen und schob sich die verspiegelte Ray Ban Sonnenbrille zurecht.
"Wie war noch gleich die Frage, Herr Gottsch.. Herr Lanz?"
"Unsere Zuschauer möchten wissen, Herr Bundeskanzler, wie sie heute zu den Geschehnissen aus dem Sommer 2014 stehen. Bereuen sie die ein oder andere Entscheidung?"
Der Kanzler schüttelte sein weises Haupt. "Nein, wieso? Was denn? War doch alles gut."
Markus Lanz klopfte sich seine Moderationskarten aufs Knie, schien sich aber nicht recht zu trauen, auf Konfrontation mit dem mächtigsten Mann Europas und Ehrenbürgermeister von Herscheid zu gehen. Doch dann begann Schmalenbach mit einem Monolog.
„Die Menschen in Herscheid waren enttäuscht und aufgebracht. Und dann fiel das Radioprogramm aus. Ich wusste, dass ich die Situation wieder unter Kontrolle bringen musste. Also riegelten wir Herscheid zunächst von den Nachbarstädten ab.“
„Warum?“
„Darum. Und weil ich schon grad dabei war, ließ ich Twitter, Facebook und schließlich das ganze Internet abschalten. Der Erdogan hatte etwa zeitgleich eine ähnliche Idee gehabt. Naja, und dann war es eigentlich der logische Schritt, dass wir mittels eines Volksentscheides große Teile von Lüdenscheid und auch Plettenberg Holthausen eingemeinden konnten. Dabei kam uns sicher zugute, dass wir durch die WDR Aktion unsere Erfahrungen mit dem Sammeln von Unterschriften hatten.“
Lanz: „Ist es richtig, dass sie die Unterschriften damals in China anfertigen ließen?“
Doch Schmalenbach ließ sich nicht ablenken. „Die Wende kam sicher mit dem Besuch von Putin und Berlusconi.“
„Putin und Berlusconi?“
„Ja“, fuhr Schmalenbach ärgerlich fort. Das waren damals recht bekannte ausländische Politiker.
Es war ja nunmal auch 2014 grad so, dass dieser Putin sich auch in den Schlagzeilen befand. weil er grad Ungarn, oder nee, Ukraine, so wissen schon. Jedenfalls hatte der Putin von unserer Unterschriftensammlung, 40.000 Unterschriften von 7000 Einwohnern gehört. Das wollte er sich mal von mir erklären lassen. Ich glaube für kommende Volksabstimmungen in der Sowjetrepublik, wie sie heute ja wieder heißt.
Markus Lanz zog die Augenbrauen zusammen und versuchte seine Moderationskarten in eine neue Reihenfolge zu bringen. Nur um etwas Kluges zu sagen, sagte er: "Ja gut, das mit Putin hat ja scheinbar geklappt, sonst hätte er es ja kaum geschafft alle ehemaligen Sowjetrepubliken wieder einzugemeinden. Plus Japan und China."
Bundeskanzler Schmalenbach lächelte zufrieden. Ja, das stimmt wohl. Und das alles dank unseres Stimmzettelsystems, das Premierminister Frank Holthaus damals für die WDR2 Für eine Stadt Aktion erfolgreich entwickelt hatte..."
Lanz beugte sich leicht nach vorne. "Und das war LEGAL?"
Schmalenbach verzog einen Mundwinkel zu einem angedeuteten Lächeln. Also ich kann nur sagen: Putin und ich hatten da keine weiteren Bedenken. Und Berlusconi hat uns auch versichert, dass das schon soweit in Ordnung sein müsste."
Lanz blickte auf seine Moderationskarten, die hinten mit dem Wetten, dass... Und dem WDR2 Logo bedruckt war. "Ja genau, Herr Bundeskanzler. Das wollte ich auch grad fragen. Wie kam eigentlich Berlusconi ins Spiel?"
"Ja nun, ..." Schmalenbach zögerte kurz, fuhr dann aber fort. Berlusconi hatte von Putin gehört, die beiden sind befreundet, jedenfalls hatte er gehört, dass ich das Internet und alle Medien im Umkreis hatte abschalten lassen. Er kennt sich ja etwas aus mit Medien.
Ich will das jetzt hier auch nicht zu lange ausführen, zumal ich gerade sehe, dass der Regisseur der Sendung, das ist doch der Typ da hinten mit den grauen Dreadlocks... Ich glaub, den kenn ich auch noch von früher, der zeigt jedenfalls die ganze Zeit auf die Uhr."
Markus Lanz wirkte verwirrt....
„Ja gut Herr Bundeskanzler, die Zeit ist schon weit fortgeschritten und wir haben ja noch einen Musikbeitrag und die Saalwette. Ich würde vorschlagen, sie machen sich dann…“
Doch Bundeskanzler Schmalenbach war schon vom Talksofa in Richtung Bühne geeilt. Der Aufnahmeleiter mit den (grauen) Dreadlocks hängte ihm eine Elektrogitarre um und schon ging es los.
Die noch lebenden Mitglieder der Beatles und der Rolling Stones, die sich im Rahmen des WDR2 Tags für eine Stadt im Jahre 2020 vereinigt hatten, spielten ein Medley ihrer größten Welthits. Am Mikrofon natürlich, wie immer, das Multitalent Schmalenbach.
Drei Minuten später saß er wieder neben Lanz auf dem Sofa. „Ich will sie ja nicht langweilen Herr Lanz und außerdem ist die ganze Geschichte ja auch in Band 5 und 6 meiner Autobiographie nachzulesen. Daher in Stichworten. 2016 Eingemeindung aller Städte des Märkischen Kreises in die Freigemeinde Herscheid, 2018 friedliche Übernahme des Landes Nordrhein Westfalen. In diesem Zuge wurde der WDR als einzige Sendeanstalt unter meiner Regie zugelassen. Das wissen sie ja, Herr Lanz, sonst würde Wetten dass, … ja auch heute nicht im WDR laufen.“
Schmalenbach rammte Lanz seinen spitzen Ellbogen in die Seite, woraufhin dieser gequält lächelte. „Und sonst wäre ja auch nicht der Kameraoscarpreisträger von 2022, Martin Michaelis, hier in ihrer Sendung Aufnahmeleiter. Aber ich will chronologisch bleiben. 2026 wurde schließlich die Fußballweltmeisterschaft und zeitgleich die Olympischen Winterspiele in Herscheid durchgeführt, wo die Deutsche Elf im Endspiel in der Feelgood Arena einen ungefährdeten 7:0 Sieg gegen Brasilien einfuhr. Kapitän war damals Keke Block und in aller Bescheidenheit darf ich darauf hinweisen, dass ich, Uwe Schmalenbach, als Teamchef einen nicht unerheblichen Anteil an der ganzen Sache hatte. Oh, ich sehe gerade, die Saalwette, da kommen 200 Herscheider mit Spiekus Hirschgeweihen, die irgendwas zusammenschrauben wollen. Ich glaube ich muss da mal etwas helfen. Oder hatten sie noch eine Frage, Herr Lanz?
Markus Lanz blickte auf seine Schuhe und blieb erstarrt auf dem Talksofa sitzen. Das Licht über ihm ging aus und das Geschehen verlagerte sich wieder auf die große Bühne. Er fühlte sich einsam und irgendwie nutzlos. Er schaute auf seine Moderationskarten. Eine Frage hätte er noch gehabt. Auf der letzten Karte stand sie formuliert. „Glauben sie im Nachhinein, dass die Niederlage im Quiz am 26.März 2014 vielleicht letztlich doch etwas Gutes in Sich trug?“
Lanz zerriss die Karte und verließ das Fernsehstudio lautlos. Durch den Hintereingang.
ENDE
Fortsetzung folgt bei WDR2 für eine Stadt, 2015 (in Herscheid)
August 2034
Jetzt liegt es schon 20 Jahre zurück, dass Herscheid damals in der Finalrunde zu WDR2 für eine Stadt ausschied. Bevor dann eine unvergleichliche Erfolgsserie begann. Aus diesem Grund ist heute der ehemalige Bürgermeister Schmalenbach hier bei „Wetten dass...“ zu Gast.
Markus Lanz: Herr Bundeskanzler Schmalenbach. Schön dass sie anlässlich des Jubiläums heute zu uns kommen konnten.
Uwe Schmalenbach: Ja.
Markus Lanz: Erzählen sie uns doch mal, wie es damals kam, dass die damals noch unbedeutende Ebbegemeinde ins Finale vorrücken konnte und seitdem JEDES Jahr und immer wieder den WDR Tag ausrichten kann.
Uwe Schmalenbach: Ja gut, das war ja ganz einfach. Nach den enttäuschenden Niederlagen der Jahre 2013 und 2014 musste etwas passieren. Ende März 2014 fiel die Gemeinde in eine tiefe Depression. Die Niederlage kam unerwartet... Schmalenbach zieht sein Taschentuch mit dem Bundeskanzlerwappen aus dem Armani Zweireiher und schnäuzt sich geräuschvoll.
Danach gibt sich der Bundeskanzler und ehemalige Bürgermeister von Herscheid wieder schmallippig. Nein, an die Ereignisse unmittelbar nach der bitteren Niederlage mag er heute nicht mehr erinnert werden. Gut, die falsche Antwort des Kompetenzteams auf die Frage nach der Dienstflagge von Nordrhein Westfalen hatte das unerwartete Aus für die siegessicheren Ebbebewohner bedeutet. Für viele fühlte sich dies so an, wie das plötzliche Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft während des Sommermärchens (2006). Viele verfielen also in eine Depression, Einzelne jedoch neigten zu Kurzschlusshandlungen.
Unvergessen, wie ein frustrierter Bürger seine ferngesteuerte Kameradrohne absichtlich in den Sendemast auf der Nordhelle steuerte... Menschen kamen zwar nicht zu Schaden, aber den WDR konnte jedenfalls wochenlang keiner mehr in den umliegenden Städten empfangen. Was sich ja später als Segen herausstellte.
Noch drastischer jedoch war die Reaktion Schmalenbachs. Schon am nächsten Tag ließ er das Internet in ganz Herscheid abschalten und auch die Bauarbeiten an der Brücke zur Fürwigge, der fast einzigen Verbindung nach Meinerzhagen, ließ er unmittelbar einstellen. Dabei waren nach einem Jahr Bauzeit gerade erste hoffnungsvoll stimmende Ergebnisse sichtbar geworden. Nach und nach wurden auch die Verbindungen nach Plettenberg, Werdohl und Lüdenscheid (dreispurig) gekappt, so dass Herscheid schließlich so autark war, wie Berlin in den Zeiten des kalten Krieges.
Doch wie wir heute ja wissen, sollte das für Herscheid und nicht zuletzt Bundeskanzler Uwe Schmalenbach, genau der richtige Schritt gewesen sein.
"Herr Bundeskanzler?"
Bundeskanzler Schmalenbach wurde aus seinen Träumen gerissen. Er blickte in die Dackelaugen von Markus Lanz und jetzt fiel ihm wieder ein, dass er ja bei Wetten, dass... war.
"Ähm, ja? Wie war noch gleich die Frage?" Der Kanzler sortierte die 8 goldenen Ringe an seinen Händen und schob sich die verspiegelte Ray Ban Sonnenbrille zurecht.
"Wie war noch gleich die Frage, Herr Gottsch.. Herr Lanz?"
"Unsere Zuschauer möchten wissen, Herr Bundeskanzler, wie sie heute zu den Geschehnissen aus dem Sommer 2014 stehen. Bereuen sie die ein oder andere Entscheidung?"
Der Kanzler schüttelte sein weises Haupt. "Nein, wieso? Was denn? War doch alles gut."
Markus Lanz klopfte sich seine Moderationskarten aufs Knie, schien sich aber nicht recht zu trauen, auf Konfrontation mit dem mächtigsten Mann Europas und Ehrenbürgermeister von Herscheid zu gehen. Doch dann begann Schmalenbach mit einem Monolog.
„Die Menschen in Herscheid waren enttäuscht und aufgebracht. Und dann fiel das Radioprogramm aus. Ich wusste, dass ich die Situation wieder unter Kontrolle bringen musste. Also riegelten wir Herscheid zunächst von den Nachbarstädten ab.“
„Warum?“
„Darum. Und weil ich schon grad dabei war, ließ ich Twitter, Facebook und schließlich das ganze Internet abschalten. Der Erdogan hatte etwa zeitgleich eine ähnliche Idee gehabt. Naja, und dann war es eigentlich der logische Schritt, dass wir mittels eines Volksentscheides große Teile von Lüdenscheid und auch Plettenberg Holthausen eingemeinden konnten. Dabei kam uns sicher zugute, dass wir durch die WDR Aktion unsere Erfahrungen mit dem Sammeln von Unterschriften hatten.“
Lanz: „Ist es richtig, dass sie die Unterschriften damals in China anfertigen ließen?“
Doch Schmalenbach ließ sich nicht ablenken. „Die Wende kam sicher mit dem Besuch von Putin und Berlusconi.“
„Putin und Berlusconi?“
„Ja“, fuhr Schmalenbach ärgerlich fort. Das waren damals recht bekannte ausländische Politiker.
Es war ja nunmal auch 2014 grad so, dass dieser Putin sich auch in den Schlagzeilen befand. weil er grad Ungarn, oder nee, Ukraine, so wissen schon. Jedenfalls hatte der Putin von unserer Unterschriftensammlung, 40.000 Unterschriften von 7000 Einwohnern gehört. Das wollte er sich mal von mir erklären lassen. Ich glaube für kommende Volksabstimmungen in der Sowjetrepublik, wie sie heute ja wieder heißt.
Markus Lanz zog die Augenbrauen zusammen und versuchte seine Moderationskarten in eine neue Reihenfolge zu bringen. Nur um etwas Kluges zu sagen, sagte er: "Ja gut, das mit Putin hat ja scheinbar geklappt, sonst hätte er es ja kaum geschafft alle ehemaligen Sowjetrepubliken wieder einzugemeinden. Plus Japan und China."
Bundeskanzler Schmalenbach lächelte zufrieden. Ja, das stimmt wohl. Und das alles dank unseres Stimmzettelsystems, das Premierminister Frank Holthaus damals für die WDR2 Für eine Stadt Aktion erfolgreich entwickelt hatte..."
Lanz beugte sich leicht nach vorne. "Und das war LEGAL?"
Schmalenbach verzog einen Mundwinkel zu einem angedeuteten Lächeln. Also ich kann nur sagen: Putin und ich hatten da keine weiteren Bedenken. Und Berlusconi hat uns auch versichert, dass das schon soweit in Ordnung sein müsste."
Lanz blickte auf seine Moderationskarten, die hinten mit dem Wetten, dass... Und dem WDR2 Logo bedruckt war. "Ja genau, Herr Bundeskanzler. Das wollte ich auch grad fragen. Wie kam eigentlich Berlusconi ins Spiel?"
"Ja nun, ..." Schmalenbach zögerte kurz, fuhr dann aber fort. Berlusconi hatte von Putin gehört, die beiden sind befreundet, jedenfalls hatte er gehört, dass ich das Internet und alle Medien im Umkreis hatte abschalten lassen. Er kennt sich ja etwas aus mit Medien.
Ich will das jetzt hier auch nicht zu lange ausführen, zumal ich gerade sehe, dass der Regisseur der Sendung, das ist doch der Typ da hinten mit den grauen Dreadlocks... Ich glaub, den kenn ich auch noch von früher, der zeigt jedenfalls die ganze Zeit auf die Uhr."
Markus Lanz wirkte verwirrt....
„Ja gut Herr Bundeskanzler, die Zeit ist schon weit fortgeschritten und wir haben ja noch einen Musikbeitrag und die Saalwette. Ich würde vorschlagen, sie machen sich dann…“
Doch Bundeskanzler Schmalenbach war schon vom Talksofa in Richtung Bühne geeilt. Der Aufnahmeleiter mit den (grauen) Dreadlocks hängte ihm eine Elektrogitarre um und schon ging es los.
Die noch lebenden Mitglieder der Beatles und der Rolling Stones, die sich im Rahmen des WDR2 Tags für eine Stadt im Jahre 2020 vereinigt hatten, spielten ein Medley ihrer größten Welthits. Am Mikrofon natürlich, wie immer, das Multitalent Schmalenbach.
Drei Minuten später saß er wieder neben Lanz auf dem Sofa. „Ich will sie ja nicht langweilen Herr Lanz und außerdem ist die ganze Geschichte ja auch in Band 5 und 6 meiner Autobiographie nachzulesen. Daher in Stichworten. 2016 Eingemeindung aller Städte des Märkischen Kreises in die Freigemeinde Herscheid, 2018 friedliche Übernahme des Landes Nordrhein Westfalen. In diesem Zuge wurde der WDR als einzige Sendeanstalt unter meiner Regie zugelassen. Das wissen sie ja, Herr Lanz, sonst würde Wetten dass, … ja auch heute nicht im WDR laufen.“
Schmalenbach rammte Lanz seinen spitzen Ellbogen in die Seite, woraufhin dieser gequält lächelte. „Und sonst wäre ja auch nicht der Kameraoscarpreisträger von 2022, Martin Michaelis, hier in ihrer Sendung Aufnahmeleiter. Aber ich will chronologisch bleiben. 2026 wurde schließlich die Fußballweltmeisterschaft und zeitgleich die Olympischen Winterspiele in Herscheid durchgeführt, wo die Deutsche Elf im Endspiel in der Feelgood Arena einen ungefährdeten 7:0 Sieg gegen Brasilien einfuhr. Kapitän war damals Keke Block und in aller Bescheidenheit darf ich darauf hinweisen, dass ich, Uwe Schmalenbach, als Teamchef einen nicht unerheblichen Anteil an der ganzen Sache hatte. Oh, ich sehe gerade, die Saalwette, da kommen 200 Herscheider mit Spiekus Hirschgeweihen, die irgendwas zusammenschrauben wollen. Ich glaube ich muss da mal etwas helfen. Oder hatten sie noch eine Frage, Herr Lanz?
Markus Lanz blickte auf seine Schuhe und blieb erstarrt auf dem Talksofa sitzen. Das Licht über ihm ging aus und das Geschehen verlagerte sich wieder auf die große Bühne. Er fühlte sich einsam und irgendwie nutzlos. Er schaute auf seine Moderationskarten. Eine Frage hätte er noch gehabt. Auf der letzten Karte stand sie formuliert. „Glauben sie im Nachhinein, dass die Niederlage im Quiz am 26.März 2014 vielleicht letztlich doch etwas Gutes in Sich trug?“
Lanz zerriss die Karte und verließ das Fernsehstudio lautlos. Durch den Hintereingang.
ENDE
Fortsetzung folgt bei WDR2 für eine Stadt, 2015 (in Herscheid)
Samstag, 22. Februar 2014
Das Unterbewusstsein als Copilot
Heute ist mir was passiert.
Ich musste ja zu einem Seminar, oder so einer Art Seminar nach Bad Sassendorf. Bad Sassendorf ist von hier aus gesehen weit weg. Also eigentlich ist Bad Sassendorf von überall weit weg.
Darum hatte ich mir ausrechnen lassen, dass ich um 8:40 anzufahren, damit ich kurz vor 9, so grad noch pünktlich in Bad Sassendorf ankäme. Und ich fuhr auch pünktlich los.
Und wie ich so fuhr und den Gedanken nachhing, mir Gedanken über die Nachrichtenthemen Ukraine, Sotschi und Borussia und das auch noch schöne Morgenwetter machte, dachte ich dann so: Ach wie schön, dachte ich, wie schön das Westfalenstadion heute mit seinen gelben Pfeilern in der Morgensonne aussieht. Ja, und dann fiel mir auf, dass ich EIGENTLICH schon am Westhofener Kreuz auf die Autobahn 1 hätte abbiegen sollen.
Ich kam dann nur 10 Minuten zu spät. Aber irgendwie hat es sich dennoch gelohnt.
Ich musste ja zu einem Seminar, oder so einer Art Seminar nach Bad Sassendorf. Bad Sassendorf ist von hier aus gesehen weit weg. Also eigentlich ist Bad Sassendorf von überall weit weg.
Darum hatte ich mir ausrechnen lassen, dass ich um 8:40 anzufahren, damit ich kurz vor 9, so grad noch pünktlich in Bad Sassendorf ankäme. Und ich fuhr auch pünktlich los.
Und wie ich so fuhr und den Gedanken nachhing, mir Gedanken über die Nachrichtenthemen Ukraine, Sotschi und Borussia und das auch noch schöne Morgenwetter machte, dachte ich dann so: Ach wie schön, dachte ich, wie schön das Westfalenstadion heute mit seinen gelben Pfeilern in der Morgensonne aussieht. Ja, und dann fiel mir auf, dass ich EIGENTLICH schon am Westhofener Kreuz auf die Autobahn 1 hätte abbiegen sollen.
Ich kam dann nur 10 Minuten zu spät. Aber irgendwie hat es sich dennoch gelohnt.
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